Robert stellt vor...

...Thomas Gassert

Wer mit einem Rennfahrer umgehen kann, kommt auch mit einer Horde vorlauter 16-Jähriger klar. Getreu diesem Motto betreibt Berufsschullehrer Thomas Gassert seit über 12 Jahren Motorsport als zweites Standbein, viel mehr jedoch als seine große Leidenschaft. Während sich seine Lehramtskollegen freitags nach der sechsten Stunde auf den Nachhauseweg machen, hat er Kreide und Schwamm meist schon gegen Schlagschrauber und Luftdruckmesser getauscht. Statt Arbeiten und Hausaufgaben gilt es Datensätze aus dem Training auszuwerten. Seit über einem Jahrzehnt bewältigt Thomas Gassert den Spagat zwischen Lehramt und Motorsport. Der Verzicht auf eines von beiden für ihn aber undenkbar. „Die Berufsschule brauche ich zum täglichen Leben, den Motorsport als mein Hobby“, so der 39-Jährige.

Seine Anfänge im Kraftfahrzeugbereich macht Gassert 1986. In der Polizei-Werkstatt von Umkirch beginnt der damals 16-Jährige eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Mit diesem Grundstein wird ihm schnell bewusst, dass er sich für höhere Aufgaben qualifizieren will. Im Alter von 23 entschließt er sich seinen Meisterbrief zu machen. Vom Ehrgeiz getrieben büffelt er zwei Jahre lang mehrmals die Woche neben der Arbeit für sein berufliches Weiterkommen – mit Erfolg. „Kurz nachdem ich mit der Meisterschule fertig geworden bin, habe ich die Stelle als Werkstattmeister bei der Polizei bekommen.
Doch schon drei Jahre später, im Jahr 1999, sollte sich für den bekennenden Sportwagen-Fan eine neue Tür in seiner beruflichen Laufbahn öffnen. „Mir ist damals zu Ohren gekommen, dass an der Gewerbeschule in Breisach ein technischer Lehrer gesucht wird“, blickt Gassert zurück. Er zögert nicht und bewirbt sich auf die freie Stelle, die ihm auch prompt zugesprochen wird. Doch bevor er selbst das erste Mal unterrichten durfte, galt es erneut die Schulbank zu drücken. In einer einjährigen Ausbildung erlernt er alle wichtigen pädagogischen Kenntnisse, die er im neuen beruflichen Umfeld benötigt. Doch wie kam er denn jetzt nun eigentlich zum Motorsport? „1998 habe ich Walter Eichin gefragt, ob ich mir nicht einmal ein Rennwochenende des Porsche Carrera Cup vor Ort anschauen kann“, erklärt Thomas Gassert. Doch für den Teamchef des damaligen Eichin Racing-Teams war der zweifache Familienvater nicht nur zum Spaß mit am Ring. Ab dem ersten Wochenende spannte er ihn in die Aktivitäten des Teams mit ein. „Mit der Zeit habe ich dann immer mehr Verantwortung innerhalb der Crew übernommen“, so Gassert über seinen Verbleib im badischen Team.

Es folgen zwölf weitere Jahre im schnellsten Markenpokal Deutschlands. Es sind zwölf Jahre, in denen er stets zwischen Rennstrecke und Klassenzimmer pendelt. Den Stress, der dabei aufkommt, bemerkt er meist gar nicht. „Denn ich mache all das aus Leidenschaft“, so seine einfache Begründung. „Es ist ein unheimlich schönes Gefühl den Jungs etwas beizubringen“, fügt er hinzu. Während er - in seinem Dasein als Lehrer - die Schüler in der Zweirad- und Kfz-Technik unterrichtet, zeichnet er sich im Carrera Cup für die technische Vorbereitung der Elfer verantwortlich. Zunächst noch bei Eichin, Farnbacher und MS-Racing schraubt er seit dieser Saison für das Team von Alfred Herberth. Seine Schüler dort: Robert Renauer und Uwe Alzen. Dabei schätzt besonders Renauer die Zusammenarbeit mit dem Freiburger. „Vor allem seine Ehrlichkeit und der Rückhalt, den er uns Fahrern gibt, ist das was ihn ausmacht.“. Eigenschaften, die er nicht nur seinen Piloten, sondern auch seinen Schülern jede Woche aufs Neue mit Erfolg entgegen bringt.